Koll an Aktioun 2019 – Das Festival der Sinneswahrnehmung

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Fotos: Canon AE-1 50mm f/1,8 © Anouk Thill  Film: Kodak Portra 400

Seit 2014 ist das Koll an Aktioun ein magnetischer Anziehungspunkt für Musik-, Kunst- und Gaumenschmausliebhaber. Dieses Jahr hat während des verlängerten Pfingstwochenendes die 6. Edition des familienfreundlichen Festivals im Bohemian-Stil auf dem bezaubernden Gelände des Musée de l’Ardoise stattgefunden. Zum zweiten Mal war ich diesmal dabei und habe versucht, meine Eindrücke zur Abwechslung mittels analogen Farbbildern festzuhalten.

Zahlreiche Konzerte verschiedener Genres, animierende Straßenkunst, interessante Ausstellungen, kulinarische Leckerbissen, sowie Demonstrationen, beispielsweise im Bereich des Schmiedens, haben in diesem Jahr die Besucher fasziniert. Viele fleißige Hände von lokalen Freiwilligen haben erneut ein unvergessliches Wochenende mit einem variierten Line-Up auf die Beine gestellt, bei welchem alle fünf Sinne auf ihre Kosten kamen: das Hören, das Sehen, das Tasten, das Schmecken und das Riechen.

Fangen wir mit dem naheliegendsten und wahrscheinlich wichtigsten Sinn auf einem Festival an, dem Hören. Die Timetable war nicht nur sehr gut organisiert, sondern auch äußerst vielseitig gestaltet. Auf zwei verschiedenen Bühnen – der Schieferbühne und der Musikstiffchen – wurde Musik für jedermanns Geschmack angeboten: von Pop, Rock und Elektro, bis hin zu Reggae, Hip-Hop und Soul. Den Auftakt des Festivals hat die junge, dennoch sehr talentierte Sängerin C’est Karma am späten Samstagnachmittag hingelegt. Mit ihrer weichen Stimme, ihren authentischen Texten und ihrer offenherzigen Art, hat sie mich als Zuhörerin in ihren Bann gezogen. Bekannte luxemburgische Gruppen wie Serge Tonnar & Legotrip oder The Disliked als Secret Act standen inmitten der industriellen Kulisse auf der Bühne. Auch die Wiener Formation Naked Cameo hat am Samstagabend mit seinen elektronischen, tanzbaren Beats überzeugen können.

Mein persönliches musikalisches Highlight des gesamten Wochenendes war der Auftritt der mir zuvor unbekannten Hip-Hop; Soul-Band Coely aus Antwerpen. Die Sängerin hat mit ihrer einzigartig kraftvollen Stimme und ihrer lässigen Coolness das Publikum zum Schweben gebracht. Durch ihre unterhaltsame Art und Weise und die Unterstützung ihrer Gastkünstler DVTCH NORRIS und Yann Gaudeuille haben sogar die Schüchternen ihr Tanzbein geschwungen.

Auch das Sehen spielte bei der diesjährigen Edition eine wichtige Rolle. Neben der traumhaften Location und der liebevoll handgemachten Dekoration, waren auch die im Museum ausgestellten Foto- und Kunstexpos unterschiedlicher Aussteller äußerst sehenswert. Mir persönlich hat die Fotoreihe der Künstlerin Sana Murad am besten gefallen. Ihre Ausstellung zeigte die Luxemburger Schobermesse während der Dämmerung in den frühen Morgenstunden; eine vernebelte und mysteriöse Sichtweise auf den sonst so überlaufenen Ort. Natürlich gab es auch Straßenkünstler, unteranderem die Zirkus- und Akrobatikgruppe Broc’n‘Roll Cirucs, welche besonders die jüngeren Gäste mit ihren Shows unterhielten.

Tasten konnte der Besucher im Schmiede- und Sägeatelier oder bei diversen Workshops im Makers Place, wie zum Beispiel beim Herstellen einer Serigrafie (Siebdruck) auf einem Jutebeutel, oder auch von Bee’s Wraps (eine nachhaltige Alternative zu Kunststofffolie). Auch für Kinder gab es eine Aberzahl an Bastelworkshops, denn das Koll an Aktioun Festival ist einzigartig in Luxemburg da es echt ein Programm für die ganze Familie bietet.

Last but not not least, spielten auch die beiden letzten Sinne der Sinneswahrnehmung während des Wochenendes eine bedeutende Rolle: das Schmecken und das Riechen. Von traditionellen, luxemburgischen Gerichten (Gromperekichelcher, Wäinzoossis a Kniddelen) bis hin zu veganen Speisen, unter anderem des Restaurants Beet, war für jede Zunge etwas Leckeres dabei.

Beim Essen und Trinken wurde gezielt auf lokale, alternative Produzenten zurückgegriffen, um den regionalen Markt zu unterstützen – meiner Ansicht nach eine beispielhafte Initiative. Am Sonntagvormittag stand der traditionelle vegane Brunch auf dem Programm. Hier waren qualitativ hochwertige, pflanzliche Esswaren geboten; die verwendeten Kräuter und das Gemüse wurden von der Kolibri a.s.b.l selbst angepflanzt.

Tags:
Anouk

Anouk

20, Studentin. Deutsche und englische Literatur. Reisen und analoge schwarz-weiß Photographie. Natur und Botanik. Musik und Kunst.

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