Roadtrip durch Südschweden

Wildcamping- und Städtetrip

Fotos: Canon AE-1 50mm f/1,8 │ Film: Kodak Portra 400 Color │© Anouk Thill

Schweden – das Land der tausend Inseln und Seen, Naturreservaten, tiefen Wäldern und atemberaubenden Küsten – ein landschaftliches Paradies für alle Naturliebhaber, beinahe wie aus dem Bilderbuch.

Ende Juni hat es mich und 4 Freunde in das magische und wunderschöne Südschweden gelockt. Während zwei Wochen waren wir mit zwei Autos unterwegs und haben größtenteils wild campiert, ganz nach dem Motto ,,Back to basics‘‘. Das schwedische Jedermannsrecht ermöglicht es, unter 2 Bedingungen überall frei zu campieren (manche Naturreservate und Strände ausgeschlossen):

  1. Nicht länger als 24 Stunden an einem Ort bleiben
  2. Nicht stören und nichts zerstören

Zwischendurch haben wir ebenfalls mehrmals Stopps in manch einer sehenswerten Groß- oder Kleinstadt gemacht. Im Folgenden werde ich unsere Reise etappenweise dokumentieren und mit Hilfe analoger Bilder illustrieren. Alle Campingplätze und Orte die wir besucht haben, sind auf der folgenden Karte rot markiert.

Vielleicht bekommen einige unter euch auch Lust auf einen vergleichbaren Trip in das idyllische Märchenland.😊

Von Luxemburg aus sind wir quer durch Deutschland in die Hafenstadt Rostock gefahren, um von dort aus die Fähre (Stena Line) nach Trelleborg zu nehmen. Von hier aus ging es in vier Tagen an der östlichen Küste hoch bis auf die Höhe von Stockholm. Die ersten 4 Nächte vor der Ankunft in der Hauptstadt haben wir auf sehr unterschiedlichen Terrains übernachtet. Die erste Nacht verbrachten wir in einer Lichtung mitten im Wald, nahe der Stadt Bromölla.

Nach der ersten Nacht folgte ein Ausflug in die historische Stadt Kalmarin der Provinz Småland. Die kleine Stadt Kalmar begeistert mit seinen historischen Stätten und seinen gemütlichen Straßen, die zum Bummeln einladen – ein guter Geheimtipp für einen schönen Nachmittag. Von hier aus gelangt man über eine sechs Kilometer lange Brücke (Ölandsbron) direkt auf die Insel Öland.

Das sonnige Öland ist ein beliebtes Urlaubsziel für schwedische Familien und sogar die schwedische Königsfamilie residiert dort jeden Sommer. Hier kann man sich auf menschleere Strände und atemberaubende Aussichten freuen. Wir verbrachten unsere zweite Nacht ganz im Norden der Insel in unmittelbarer Nähe des LeuchtturmsLånge Erik. Selten habe ich eine derart variierende Landschaft und Vegetation gesehen; vor allem der Sonnenuntergang war umwerfend schön. Öland war eines meiner absoluten Highlights und demnach äußerst empfehlenswert!

Aussicht vom Leuchtturm Långe Erik

Nach einer Nacht in Nyköping, sind wir in Richtung Stockholm aufgebrochen. Seit meiner Reise nach Kopenhagen im Januar habe ich hohe Ansprüche an skandinavische Städte. Meine Erwartungen an Stockholm konnten leider nicht ganz erfüllt werden; trotz einer wunderschönen Altstadt, wird das Stadtbild durch die vielzähligen Baustellen verunstaltet. Dieser Aspekt hat leider auch mit sich gebracht, dass in dieser Stadt wenige Bilder entstanden sind. Vielleicht war ein einziger Tag aber auch zu kurz um sich komplett überzeugen zu lassen.😉

Anschließend fuhren wir nach Säffle, eine Stadt in der schwedischen Provinz Värmland. An diesem Ort wohnten wir während 5 Nächten in einem typischen, schwedischen Holzhaus direkt am Vänern, der größte See Schwedens (und übrigens auch der Europäischen Union). Die Hütte grenzte sofort an das Ufer, sodass man direkt vom Steg aus Angeln und Schwimmen konnte. Ein perfekter Ort um sich Zurückzuziehen. Wer allerdings jeden Morgen gerne warm duscht ist hier fehl am Platz: Da es kein fließendes Wasser gab, musste man sich im See waschen. Trotzdem ist eine solche Unterkunft, meiner Meinung nach, wirklich empfehlenswert wenn man einfach abschalten möchte.

Von Säffle aus ging es ins bezaubernd schöne Svartedalens naturreservat. Trotz aller Schönheit der Landschaft, wurden uns hier tausende Mücken und Moskitos zum Verhängnis, so dass wir am Morgen danach sehr früh nach Göteborg aufgebrochen sind. Göteborg, eine bekannte Großstadt an der Westküste Südschwedens, gefiel mir persönlich von allen Städten, die wir gesehen haben, am besten. Göteborg ist eine junge, lebendige Stadt, mit vielen Cafés und kleinen Läden mit skandinavischer Einrichtung und extravaganter Kleidung.

Es ging weiter nach Malmö, wo wir schlussendlich unseren letzten Nachmittag verbracht haben. Malmö ist die drittgrösste Stadt Schwedens nach Stockholm und Göteborg und trotzdem überschaubar. Von hier aus kann man rasch über die weltweit längste Schrägseilbrücke, die knapp 8 Kilometer lange Öresundbron,in die dänische Hauptstadt Kopenhagen gelangen. Wir sind dennoch aus zeitlichen Gründen auf schwedischem Boden geblieben, jedoch ist es empfehlenswert die Brücke zu überqueren.

Sankt Johannes kyrka, Malmö

Unsere letzte Nacht verbrachten wir in einem Bauernhaus auf dem Land in Lund. Von hier aus ging es morgens früh los, denn die Fähre von Trelleborg zurück nach Rostock fuhr bereits morgens um halb 7 ab.

Im Allgemeinen war unsere Reise nach Schweden eine ausgeglichene Kombination aus Camping und Städtetrip. Schweden ist für eine Campingreise ideal, da man fast überall wild campen darf und nicht auf öffentliche Campings angewiesen ist. Da 97% der Fläche Schwedens unbewohnt ist, fällt es meistens nicht schwer eine angemessene Campingstelle zu finden. Mein Tip: eine Satellitenkarte zur Hand haben und diese auf Sackgassen prüfen: an diesen Stellen findet man meistens einen schönen Übernachtungsplatz, es sei denn der Weg ist abgesperrt.

Das Leben unter dem Motto ,,Weniger ist mehr’’ hat mir persönlich sehr gut gefallen, da man wertschätzen lernt, was man hat und wie wenig man eigentlich braucht. Fließendes Wasser, ein warmes und trockenes Bett, Handynetz – all dies sind eigentlich Luxusaspekte, die zur tagtäglichen Normalität gehören und die man oft zu würdigen vergisst. In diesem Sinne ist eine solche Reise empfehlenswert, vorausgesetzt, man kann auf einige Privilegien verzichten. Stechmücken können außerdem ebenfalls stellenweise zu einer extremen Belastung werden, wie z.B. in Wäldern oder auf Wiesen, wo es keine Luft gibt. Um Moskitos zu vermeiden, übernachtet man bestenfalls direkt an der luftigen Küste.

Zur Planung einer Reise nach Schweden, unabhängig von der Reise Art, würde ich die Internetseite visitsweden.com wärmstens anraten. Hier findet man in einer sehr strukturierten und visuellen Präsentation tausende Tipps und Tricks rund um jede Region des Landes.

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Anouk

Anouk

20, Studentin. Deutsche und englische Literatur. Reisen und analoge schwarz-weiß Photographie. Natur und Botanik. Musik und Kunst.

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