Stoffe färben mit der Shibori Technik

Ich als Vielnäherin bin immer auf der Suche nach schönen, außergewöhnlichen Stoffen und was liegt da näher, als sie mit der Shibori Technik, auch mal selbst zu färben und ganz individuell zu gestalten. Heute zeige ich Dir, wie auch Du in wenigen Schritten deine ganz eigenen Stoffe schaffen kannst.

Was ist Shibori fragst Du Dich vielleicht?

Shibori ist eine Färbetechnik die aus Japan stammt und ursprünglich angewandt wurde um Kimonos zu färben. Traditionell wird nur blaue Farbe verwendet aber, da ich es farbenfroh mag, wende ich die Technik auch ganz gerne mal mit anderen Farben an. Mit der Shiboritechnik entstehen durch abbinden, falten, verknoten oder umwickeln kunstvolle Muster auf den Stoffen.

Falls Du nicht selbst nähst, kannst Du natürlich auch Geschirrtücher, Einkaufstaschen, Kissenhüllen, Wäschebeutel oder Taschentücher färben. Wenn Du etwas Übung hast oder ganz mutig bist, kannst Du dich an größere Teile wie z.B. Bettwäsche, Tischdecken oder auch Schürzen ran trauen.

Diese Materialien benötigst Du:

  • vorgewaschene helle Stoffe aus Baumwolle, Leinen oder Jeans
  • Textilfarbe (gibt es von verschiedenen Herstellern)
  • Farb-Fixierer
  • 2 Wannen oder Eimer aus Kunststoff
  • Gummibänder, Schnur, Holzstäbchen, Murmeln, Klammern,….
  • Haushaltshandschuhe
  • Bügeleisen
  • Waschmaschine

Wichtige Hinweise:

  • Die Farbe lässt sich aus glattem Kunststoff problemlos auswaschen. Dies ist bei porösem   Material wie z.B. Holz allerdings nicht der Fall.
  • Trage alte Anziehsachen denn Farbspritzer auf der Kleidung lassen sich nicht entfernen.

Wenn Du alles zusammen hast können wir loslegen.

Zuerst bereiten wir den Stoff vor. Ich werde Dir jetzt einige Techniken zeigen. Dies sind nur einige Beispiele wie Du deine Stoffe falten und abbinden kannst. Es gibt noch unzählige weitere Techniken. Das Beste jedoch ist, dass es kein Richtig oder Falsch gibt. Du kannst dich einfach austoben.

Was Du vorab wissen solltest: die Stellen, an denen der Stoff fest zusammengeknüllt oder umwickelt ist oder auch ein Gegenstand drauf gepresst wird, werden keine Farbe aufnehmen.

Technik 1

Falte den Stoff der Länge nach wie eine Ziehharmonika zusammen. Genauso faltest Du ihn auch in der Breite. Wenn Du sehr präzise arbeiten möchtest, kannst Du den Stoff nach jedem Faltschritt bügeln. Dies ist aber nicht zwingend nötig.

Das entstandene Quadrat oder Rechteck umwickelst Du nun fest mit einer Schnur oder Gummibändern.

Sofern das Stoffstück nicht zu dick ist, kannst Du es auch klammern oder Holzstäbchen daran anbringen. Diese befestigst Du an den Seiten mit Gummibändern. Du kannst auch Münzen oder bei größeren Stoffteilen, alte CDs oben und unten an den Stoff pressen.

Technik 2

Bei dieser Technik drückst Du Murmeln, Perlen oder Würfel in den Stoff und bindest sie unten mit einem Gummiband ab.

Technik 3

Rolle den Stoff quer von einer zur anderen Ecke ein und umwickele ihn mit einer Schnur oder Gummibändern.

Technik 4

Rolle den Stoff quer oder längs ein. Anschließend machst Du so viele Knoten rein wie Du möchtest (oder so viele wie Du schaffst).

Technik 5

Lege den Stoff flach vor dich hin. Nun greifst Du ihn mittig mit 2 Fingern und hebst ihn hoch. Drehe ihn leicht ein und binde ihn von oben nach unten in einem Abstand von 3 bis 4 cm mit Gummibändern ab.

Weiter geht’s.

Den vorbereiteten Stoff legst Du nun für 10 Minuten in klares kaltes Wasser damit er die Farbe später besser aufnimmt. In der Zwischenzeit bereitest Du das Farbgemisch nach Angaben des Herstellers vor.

Nach 10 Minuten nimmst Du die Stoffe aus dem klaren Wasser und wringst sie vorsichtig aus.

Danach legst Du sie ins Farbbad so dass sie komplett bedeckt sind.

Je nach dicke der Stoffe lässt Du sie nun 30 – 40 Minuten darin liegen.

Den gefärbten noch zusammengebundenen Stoff wäschst Du nun unter fließendem Wasser aus bis keine Farbe mehr austritt und lässt ihn anschließend etwas antrocknen.

Jetzt kommt der spannende Teil. Nun darfst Du die Schnur, Gummibänder … entfernen, deine Stoffe auseinanderfalten und deine selbstgemachten Kunstwerke bewundern. Das ist fast wie Geschenke auspacken.

Wir sind aber noch nicht am Ende.

Etwas sehr Wichtiges fehlt noch: Das Fixierbad.

Bei meinem ersten Versuch hatte ich den Farb-Fixierer weggelassen und es danach bitter bereut. Alle Stellen die weiß waren wurden nach dem Waschen hellblau. Das war auch schön aber nicht das was ich wollte.

Damit dir nicht das Gleiche passiert legst Du die Stoffe für 15 Minuten ins Fixierbad.

Anschließend kannst Du die Stoffe bei 40°C in der Waschmaschine waschen.

Ich hoffe ich konnte Dich dazu inspirieren deine eigenen Stoffe zu färben und wünsche Dir viel Spaß.

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Babs

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Meine Hobbys sind vielseitig. Dazu gehört das Reisen (nicht all zu weit wegen der Flugangst dafür aber öfters), kochen, Sport schauen aber vor allem Nähen. Vor 4 Jahren habe ich aus einer Laune heraus mit dem Nähen begonnen. Ich habe mir mithilfe von Zeitschriften, Videos und durch ausprobieren alles selbst beigebracht. Damals hätte ich nicht gedacht, dass es sich so entwickelt. Mittlerweise nähe ich fast jeden Tag. Ja, man kann sagen, dass ich nähsüchtig bin. Bei Instagram und Facebook poste ich viel über meine Hobbys und hoffe die Leute damit inspirieren zu können

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Hallo Babs, Dein toll geschriebener Artikel macht richtig Lust auf das Stoffefärben! Vielen Dank für die Inspiration!!!
GLG Brinja

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